Besuch nicht empfehlenswert 2019-02-06
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Besuch nicht empfehlenswert

Besuch nicht empfehlenswert

Trotz der malerisch schönen Lage im Odenwald kann ich das Kloster Buddhas Weg nicht empfehlen. Ich besuchte dort Ende 2013 ein mehrtägiges Retreat unter der Leitung von Thich Thien Son und Ann-Uta Beisswenger. Die Retreatleitung nutzte ihre Position aus, um die psychischen Probleme des angeblichen Zen-Meisters mit der Gruppe aufzuarbeiten. Dabei wurde keine Rücksicht auf Erstbesucher oder psychisch instabile Menschen genommen. So kam es während einer systemischen Aufstellung zu körperlichen Auseinandersetzungen und Nervenzusammenbrüchen unter den Teilnehmern, ohne dass diese angemessen betreut wurden. Sichtlich verstört waren vor allem jüngere Teilnehmer, mit denen ich nach dem Retreat ins Gespräch kam. Die nachfolgende Beschreibung eines ehemaligen Novizen im Kloster Buddhas Weg deckt sich mit meinen Erfahrungen:

„Zen in der Pagode, bestand aus Schreien, Tanzen zu Trommelmusik, Erotik und vielem mehr.“
– Quelle: Blog über buddhistische Sekten

Auf kritische Fragen reagierten die nichtordinierten Mitglieder der Gemeinschaft eher zurückweisend und aggressiv. „Ich dürfe das auf keinen Fall werten.“ war eine Antwort, die ich mehrmals zu hören bekam. Ich hatte das Gefühl, dass alles was der „Meister“ sagt und tut, zwanghaft verteidigt wurde – egal wie absurd und potentiell gefährlich es war. Zwischen Lehrer und Schülern bestanden deutlich erkennbare emotionale Abhängigkeiten, wie sie auch aus Sekten bekannt sind.

Thich Thien Son legte kurz nach dem beschriebenen Retreat sein Amt als Abt nieder, gibt jedoch vermutlich immernoch Kurse im Kloster. Im Programm des Klosters wird bei verschiedenen Kursen unter „Seminarleitung“nur das vietnamesische Wort für Lehrer „Thay“ angegeben. Wer sich dahinter verbirgt, wird hier nicht transparent dargestellt. Interessierten empfehle ich deshalb, sich vor der Buchung eines solchen Retreats etwas genauer über Thich Thien Son zu informieren.

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